Das ew'ge Wort! deß höchsten Kind Dein Trost dein Heil vnd Ruh. Das Opffer Mensch vor deine Sünd Spricht dir vom Creutze zu:
Ach! gib acht an diesem Ort Auff's Mittlers letzte Wort. Er hängt am Holtz vol Pein vnd Spot Mit Schmach vnd Blutt bedeckt
Er ringt mit Gottes Zorn vnd Tod Doch wird sein Geist erweckt Daß wie hoch der Schmertz Ihn kränckt Er dich nicht sich bedenckt.
Verzeih (spricht Er) der blinden Schaar Mein Vater! Ach verzeih! Sie fühle keine Zorn-Gefahr: Sprich sie der Straffe frey!
Heische nicht von Ihr mein Blutt Sie weiß nicht was sie thut. Der Mörder rufft: Herr denck an mich: Wenn du dein Reich erlangst!
In Warheit Ich versich're dich Spricht Er : daß du auß Angst Heut ins Paradiß versetzt Mit mir solst sein ergetzt.
Als Er des liebsten Jüngers Leid Der Mutter Schmertz erblickt: Hat Er mit Trost vnd Rathe beyd Wie vor mit Hülff erquickt:
Weib! diß ist dein Sohn thu nun Du was ein Sohn kan thun. Vmbringt mit Ach! mit Hohn vnd Weh: Schreyt Er zu Gott für sich!
Gott mein Gott mein Gott ie vnd eh Ach warumb hast du Mich! Warumb hast du Mich allein Verlassen in der Pein?
Verbluttet matt ohn Stärck vnd Krafft Vons Himmels Zorn durchbrennt Gleich einer Scherben sonder Safft Vnd näher seinem End
Hört wie Er: Mich dürstet klag' Vnd nach Erquickung frag'. Als man mit Myhrren-Eßig Ihn In höchster Wehmut tränckt
Mit dem Elias fort heisst zihn Vnd mit viel höhnen kränckt Gibt Er allen gutte Nacht Vnd spricht: Es ist vollbracht.
Rufft auch bald laut: In deine Händ Befehl Ich meinen Geist! O Vater: Vnd eylt selbst zum End Eh' Schmertz vnd Tod es heisst
Er neigt sein Haupt dem der Tod Vnd Leben zu gebott. Herr der du für mein Leben stirb'st Vnd durch deß Creutzes Pein
Mir deines Vatern Reich erwirbst Sprich mir die Trost-Wort ein: Wenn der Tod nun auff mich harrt Vnd Aug vnd Zunge starrt.
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