Ko it her ihr Seelen die die Noth Die Angst Gesetz vnd Hell vnd Tod Vnd Gottes Grimm beschweret! Hier wird der Erden Lösegeld
Das Opffer vor die Schuld der Welt Auffs Creutz-Altar gewehret. Der grause Schauplatz herber Pein Wird künfftig mehr denn fruchtbar seyn
Nun Ihn das Blutt gedinget: Das Blutt das Trost vnd Seligkeit Vnd Leben Gnad vnd Lust in Leid Vnd Freud vnd Friede bringet.
Hier reicht man bittre Gallen dar Vnd Wein der scharff von Myrrhen war Den Heyland mehr zu plagen Der sich den süssen Weinstock nennt;
Doch als Er diesen Tranck erkennt Hat Er Ihn abgeschlagen. Der alle kleidet wird entdeckt Vnd auff das Holtz deß Fluchs gestreckt
Entgliedert vnd gedehnet: Man nagelt an die milden Händ Die ieder Hülffreich hat erkennt Der sich nach Heyl gesehnet.
Der Fuß der auff der Sünder Pfad Vnd Irrweg nie gewandelt hat Wird nun mit Stahl durchgraben. Der Mittler zwischen vns vnd Gott
Wird zwischen Erd vnd Wolck' in spot Vnd Hohn vnd Pein erhaben. Der gantze Leib ist eine Wund Vom Haupt zu Fuß ist nichts gesund
Die Kräffte sind entwichen Das Blutt springt auß den Adern für Der kalte Todtschweiß find sich hier Die Lefftzen sind erblichen.
Man hängt auff die vnd jene Seit Zwey Mörder die all ihre Zeit Mit Raub vnd Blutt verzehret; So wird der kein Gesetz verletzt
Den Vbelthätern gleich geschätzt So wird das Recht verkehret. Die Kleider sind der Hencker Beut Doch wollen die verruchten Leut
Nicht seinen Rock zu trennen. Den doch in dieser letzten Zeit Zureissen blind von Grimm vnd Neid Die die sich Christen nennen.
Der Jude Grich vnd Römer geht Vnd list was in dem Tittel steht Der auff das Creutz geschlagen: Das diß der Nazarener sey
Vnd Juden König hört man frey In dreyen Sprachen sagen. Der Titul muß wie hoch vnd viel Der Priesterschaar es eyfern wil
Gantz vnverändert bleiben. Es ist geschrieben was Ich schrieb Spricht Pontius euch sey gleich lieb Ja oder Leid mein Schreiben:
Er wird von dem der bey Ihm wacht In seiner herben Pein verlacht Vnd trägt der Mörder schelten. Der Priester grimme Haupter schmehn
Der Juden Hochmuth lässt sich sehn Hier muß ihr Lästern gelten. Auch speit ein toller Wandersman Deß Herren grimme Schmertzen an
Man hört von allen Enden: Du Tempelbrecher kom herab Vnd rette dich von Creutz vnd Grab Du hast dein Heyl in Händen.
Wie daß man dehn so hangen schau't Der Tempel in drey Tagen bau't! Kind Gottes komm hernieder! Wie kömt's daß der der Jederman
Geholffen sich nicht retten kan? Bist du dir selbst zu wider! Bist du der Israel regiert? Wie daß man dich ohn Kräffte spürt
Entgeh den Creutzes Schmertzen! Wo du diß kanst so glauben dir Daß du Meßias dort vnd hier Die überzeugten Hertzen.
Diß trägt der Heilge mit Gedult? Der Herr für seiner Feinde Schuld Der König für die Knechte Der Reine für die so verflucht:
Der Hirt für Schaffe die Er sucht Für Sünder der Gerechte.
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