Skip to content
1640

16.Auff den Sontag deß wachsenden Wortes/ oder den VI. nach dem Fest der Weisen. Math. 13.

Andreas Gryphius

Kein Körnlein ist so klein als Senff vor vns zu schätzen Doch wenn es in die Schoß der feuchten Erden fällt So wurtzelts eilend eyn vnd keimet in die Welt Vnd wird ein hoher Baum der rund vmb allen Plätzen

Deß Schattens Lust außtheilt. Denn eylet sich zu setzen Manch Vogel umb den Ast der sich da sicher hält Alsbald der Himmel plitzt alsbald man nach ihm stelt. Ihn kan kein Wind kein Sturm kein Jägergarn verletzen.

So scheint deß Höchsten Wort in Menschen Augen klein Doch kom'ts einmal ins Hertz so nimt's die Sinnen eyn Vnd läßt bald Stock vnd Zweig vnd Blütt' vnd Früchte schauen. Der vnter diesem Baum bey trüber Wetters-Zeit

Ihm Zuflucht außerkiest dem wird vors Windes Streit Vors Teuffels Vogel-Netz vor's Todes Pfeyl nicht grauen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.