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1640

15.An Gott den Sohn

Andreas Gryphius

Erlöser der du mir zu gut ein Mensch gebohren Und in der Jungfrau Leib dich in mein Fleisch verhüllt Mein Bruder der Gesetz und Gottes Fluch bestillt Durch dessen Tod der Todt den Stachel hat verlohren.

Herr den der Vater selbst zum Richter auserkohren Ob dem der Richter Grimm doch streng und grausam hielt Vor dessen Anblick nun Welt Grufft und Hölle brüllt: Gedencke was du mir O Warheit selbst geschworen

Wie kommt mir Sterbens Furcht in meinem Zagen ein? Warum entsetz ich mich weil du wirst Richter seyn? Wer glaubt der weiß daß du gerichtet und gestorben! Gestorben daß der Tod mir nicht mehr schädlich sey

Gerichtet: daß ich gantz von Klag und Urtheil frey. Diß hast du meinem Fleisch O Gott und Fleisch erworben.

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