Wie die Erden schmacht vnd brennet Wie die Blume sinckt vnd fällt Wie der Garten sich verstellt Wie die Wiese sich verkennet
Wenn die erhitzte Sonn mit ihrem Mittags flammen Den Kreyß der welt ansteckt. So wenn deß Höchsten zorn wil tödten vnd verdammen. Wenn vnß die Angst erschreckt:
Wenn vnß die heisse Noth verzehret Wenn vnß die bange Furcht beschweret: Denn wil vnß krafft vnd Muth verschwinden: Denn ist kein Hertz in vnß zu finden.
Doch wenn ein nicht harter Regen Diesen durst der Felder lescht. Vnd die dürren Kräutter wäscht Wenn die winde sich bewegen:
Vnd külen lufft vnd See mit angenehmen spielen Bald lebt was vorhin todt. So: wenn wir deinen Trost Gott höchste weißheit fühlen: Dann lachen wir in noth.
Wenn vnß dein Allmachts Taw erquicket: Wenn vnß dein Liebe-wind anblicket: Wenn deines Segens Regen netzet: So fleucht was jemals vnß verletzet.
Viel hat die Höll! viel ein Tyrann' erschrecket; Du grosser Geist hast sie noch mehr gesterckt Viel hat die Pein der Folter banck gerecket. Man hat in jhrem Hertzen dich vermerckt.
Viel sind bedeckt mit Purpur rottem Blutt Gewiesen in die glutt: Ihr Fleisch verfiel doch jhnen wuchs der Mutt Durch dich du höchstes Gutt.
Geist durch den die Geister leben Geist durch den die Weißheit lehrt: Geist durch den man IESUM ehrt: Geist der rechten trost kan geben.
Wenn vnß der Strom der Angst biß in den Abgrund reisset: Wenn vnß der Feind ansticht. Geist durch den vnser Gott vnß seine Kinder heisset. Vnd frey von Schulden spricht.
Durch dessen krafft wir können betten. Vnd für deß höchsten Augen tretten: Durch dessen hülffe wir obsiegen: Wenn vnß anfechtung wil bekriegen.
Ach! Erwecke meine Seele: Wende meinen vnverstand Zeige den den Gott gesand. Reiß mich auß der Jammer höle
In welcher mein gemütt verschlossen vnd verhüttet Vnd sonder ende zagt. In der deß Höchsten zorn mit heissen Eyver wüttet Vnd mein Gewissen nagt:
Ich zitter: Hilff mir den erbitten. Der seine Donner auß wil schütten: Ich kämpffe: Hilff mir vberwinden; Ich jrre laß den weg mich finden.
Du weist daß ich durch mich nichts kan vollbringen: Ich weiß daß du durch mich kanst alles thun: Drumb bitt ich HERR: Laß meiner Faust gelingen Was du befihlst: diß daß mein Fleisch wird ruhn.
Gib weil diß Blutt sich in den Adern regt Ein Hertz das nichts bewegt: Gib wenn mein Geist diß Fleisch sein Hauß ablegt Was die die seelig trägt.
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