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11.Fortis ut mors Dilectio

Andreas Gryphius

Reine Lib' ists die nichts zwinget Ob der Erden Abgrund kracht; Ob durch schwartze Lüffte dringet Der entbranten Stralen-Macht.

Keiner Thaten Wunder-Wercke Dämpfen treuer Liebe Stärcke. Spannt der Tod schon seinen Bogen Steckt er Trauer-Fackeln an!

Sie hat ihre Sehn gezogen Der nichts wiederstehen kan. Ihre Glut brennt wenn wir Erden Vnd zur Handvoll Aschen werden.

Wenn die Helle sich erschüttert Vnd mit Ach! vnd Folter schreckt Vnd der Aengsten Angst sich wüttert Wird ihr Eyver mehr entsteckt

Lieb ist nichts denn Glut vnd Flammen Wie Gott Licht vnd Feur zusammen. Lasst die stoltzen Wellen toben Schäumt ihr Meere! braust vnd schmeist

Wenn der strenge Nord von oben In deß Saltzes Täuff einreist: Wird doch Wind vnd Wassers kämpffen Nicht den Brand der Liebe dämpffen.

Lieb ist der nichts gleich zu schätzen Wenn man alles Gold der Welt Gleich wolt' auff die Wage setzen: Lieb ist die den Außschlag hält

Lieb ists trotz der Slber-Hauffen Nur durch Liebe zuerkauffen.

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