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10.Excessus humanæ mentis ad Deum

Andreas Gryphius

Welt Ade! mein Ziel ist kommen Nunmehr poch ich Fleisch vnd Tod. Von Schmertz Hoffen! Ach vnd Noth Hab ich Abschied nun genommen!

Weg du Schatten kurtzer Zeit! Mich küsst itzt die Ewigkeit. Leiden Vnmuth Drangsall Plagen Must ich in dem Blockhaus tragen

Nun hat Gott mich angeblicket. Vnd mit steter Lust erquicket. Ach! was spür ich hier vor Wonne! Irr ich; Träumt mir! wie ist mir!

Bräutigam ach! ko i' ich zu dir! Gläntz ich heller als die Sonne? Tret ich nicht mit steiffem Fuß Was die Hell' erschrecken muß

Kan weil Worte mir gebrechen Ich mein eigne Freud außsprechen Was fühl ich vor neues Leben! Welche Macht wird mir gegeben?

Herr! den ich nun recht anschaue: Von Gesichte zu Gesicht: Der du ein selbwesend Licht Dem ich nicht mehr hoffend traue

Der du mich so wehrt geschätzt In mit vnd durch dich ergetzt! Vor dir beug ich Knie vnd Hertze Vnd bekenne daß mein Schmertze

Durchauß dieser Lust nicht gleiche Die ich vnverdient erreiche. Süsses Wohn-Haus höchster Ehre! Platz der heiligen Libligkeit!

Da ich fern von Weh' vnd Streit! Nichts als jautzend Lachen höre. Hoffstadt ewig sichrer Ruh Liebstes Vaterland glück zu!

Reine Geister die entbrennet Von dem Licht daß ihr erkennet: Rühmt mit mir den der vns Leben Vnd vnsterblich Ehr kan geben.

Wonne! Wonne über Wonne! Gottes Lamb ist vnser Sonne; Freude Freud' ohn alles Leiden! Niemand kan von Gott vns scheiden.

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