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1640

10.

Andreas Gryphius

Was trawr' ich noch! was zittern meine glieder? Wie das mein abgemattes hertz Noch mitt sich selbst will streiten Mein schmertz wird nuhmer ja zum schertz

In diesen frewden zeiten. Was wanckt mein sinn den trawrig hin vndt wider? Wie wen die winde streitten Vndt Nordt vndt Ost raast wider seine brüder:

Ein ast erbebt im arwen mertz. Gib dich zue ruh' vndt las dein sorgen fahren. Durch so viell noth bestürmbter Geist. Die wehmutt die dich drücket

Die geissell die dich schmeist vnd beist Hatt Gott nun weggerücket: Gott der dich offt gerissen von der bahren Hatt dich mitt hülff erqüicket.

Vnd nach den truben rawen donner jahren Dier gnad' vndt trew vndt gunst erweist. Dv aller Herren Herr den Erdt vnd Himmell ehren. Für dem die Hell erschrickt.

Du du hast mich du hast mich wollen hören Da als ich gantz verstrickt Im jägergarn des Todes mich nach dir Vmbsahe da mein heilãd hastu mir

Gebotten hülff vndt handt du hast das netz zutrennet. Ich bin durch dich dem pfeill dem vntergang entrennet. Die haisse flutt der trüben lichter brunnen Der schier erstartten augen röhr

Die reichen threnen bäche Ergossen sich je mehr vndt mehr Der strom von dem ich spreche Ist tag vndt nacht ja für vnd für geronnen.

Herr das ich itzt vorbreche Mitt jauchtzen Herr! das machstu meine Sonnen Mein trost mein schutz mein ruhm vnd ehr. Dv hast mein Gott die immer nassen wangen

Getrucknet mitt liebreicher handt Dein arm hatt mich erhalten Wen ich den müden fuß verwandt Den hastu lassen walten

Die süsse gunst durch die ich bin entgangen Wen mancher must erkalten Wen mancher fiell von dir hab ich empfangen Manch' ewig-trewer liebe pfandt.

Ich wil für dir mit dir durch dich in deinen wegen Mit vollen schritten gehn Da wo kein sterben sich vndt keine seuchen regen Wo keine gräber stehn

Wo alles lebt wo alles singt vndt klingt Vnd einen danck dir nach dem andern bringt; Wo alle schmertzen frey dich der du selbst das leben Mit alzeit newem preiß in ewikeit erheben.

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