Der Königsleue schlummert auf einem Grabe stumm,
Die Mäuse halten Fastnacht und hüpfen lustig herum.
Ei, wag' dich nicht zu nahe, du luftiges Gezücht!
Entfliehe, denn es schlafen die Löwen lange nicht.
Selbst Leu'n sind schwach im Schlummer, drum, Löw', erwache bald!
Schon schnaubt der grimme Eber aus dem Ardennerwald,
Der sich auf deine Blumen, in deine Saaten warf,
Und wetzt an deinen Palmen die blut'gen Hauer scharf.
Wach' auf! – hat Rolands Glocke dich nicht vom Schlaf geschreckt?
Hei, wie zu Gent sie dröhnet und Brügg' und Lüttich weckt!
Das deutet Brand! die Flamme des Aufruhrs ist erwacht;
Sieh, wie der Franzos die Funken zur hellen Lohe facht!
Wach' auf, o Max, und schreite ins blutige Gericht!
Und wecken Flanderns Rebellen und Frankreichs Meuchler dich nicht,
So krach' es dir in die Ohren mit greller Posaunenkraft:
Wach' auf, dein Sohn ist gefangen, dein Sohn ist in enger Haft!
Erwacht ist der Leu; ein Satz nur, sein Ziel hat er erreicht!
Wie ihm die Mähne lodert, wie rings das Leben erbleicht!
Ei, du gewalt'ger Eber, der Löwe packt doch gut
Und düngt jetzt seine Saaten mit deinem schwarzen Blut.
Ei, Gent, die Mörser donnern doch lauter als dein Roland,
Gelt, Franzmann, hast beim Heizen die Finger dir verbrannt?
Gelt, meuterisches Flandern, der Aar holt doch sein Kind,
Zum sichern Felsenhorste trägt er's durch Sturm und Wind!