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1842

2.

Anastasius Grün

Liegst, Italia, du schöne, Nicht auch todt schon manch ein Jahr, Von dem Dolch der eignen Söhne, Von dem Schwert der Fremdenschaar?

Drum, Erschlagne, möcht' ich pflanzen Dir ein riesig Kreuz von Stein; Schlicht gehaun müßt's aus dem ganzen Block carrar'schen Marmors sein.

Und es dien' zum Sarkophage Apennins Gesteinkoloß, Drauf das Kreuz der Trauer rage Weithin, einsam, weiß und groß!

Auf dem höchsten Grat der Hügel, Wo Ein Blick zugleich erschaut Mit des Mittelmeeres Spiegel Adria, die Dogenbraut!

Heult dein Leichenlied das eine Der zwei Meere sturmeswild, Mag das zweit' im Widerscheine Wiegen sanft des Kreuzes Bild!

Nur der Adler, der in Spalten Einst des Marmorbruchs gehaust, Fliegt empor dann, Rast zu halten Hoch am Kreuze, sturmumbraust.

Und die Sonne, die im Osten Blüht als Rosenstrauch hinauf, Klimmt hinan des Kreuzes Pfosten, Schwebt als volle Ros' am Knauf.

Und verhüllt die Schmach zu hüten, Neigt sich drauf der Baum der Nacht; Aus der Sterne Silberblüthen Mond, die Goldorange, lacht.

Doch wir, die dich lieben, sehen Deine blühende Gestalt Noch in deinen Rosen stehen, Schlummernd ruhn im Lorberwald.

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