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1804

An die Sonne

Franz Grillparzer

Sonne, göttliches Licht! Schaffende, nährende Himmelstochter! Du spendest uns Wonne, Segen und Lust, Früchte den lockenden Fluren, zeugest den Traubensaft.

Kaum entfaltet der Tag jugendlich heiter sich, Sieh! Da singet ein Vögelchor Hymnen, Schöpferin dir, alles belebendes, Alles stärkendes Götterkind.

Sieh! Da glänzt das Gebüsch, Felder und duftende Haine blitzend von kühlem Tau, Der die Gewächse erfrischt, nähret, und stärkere Wohlgerüche zum Himmel schickt.

Du verscheuchest den Schlaf, der mit allmächtigen Schwingen jeglichen Menschen deckt, Der im quälenden Traum foltert den Erdensohn, Den du gütig der Qual entreißt.

Dankbar gegen die Huld deiner erquickenden Güte, zollet der Afrer dir Weihrauch, dankbar ertönt starrender Lappen Lied Auf den eisigten Ebenen.

O dein strahlendes Haupt gibt mir ein Wonnegefühl! Macht den Schöpfer mich ahnden. Da Stürz ich nieder vor dir, bete die gütige Allmacht hocherfreut, innig an.

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