Galante Lydia du angenehmes Kind
Vor deiner Schönheits-Pracht wie nichts zu achten sind
Der weissen Liljen Zier wie auch der Rosen Prangen
Das Helffen bein erschwärtzt vor deinen glatten Wangen
Ach! zeige schönstes Kind dein gold-entflammtes Haar
Entblösse deine Brust das Schwaanen gleiche Paar
So aus der Marmor Klufft der weissen Schultern prahlet
Erhebe doch den Glantz damit dein Auge strahlet
Mit schwartzer Demmerung der Augen braun verhült
Mein Mädgen schencke mir die Rose so erfült
Dein schönes Wangen-Feld mit Purpur angenetzet
Ach! reiche mir den Mund der mit Rubin besetzet
Die Lippen wo Corall sich mit der Anmuth paart
Und labe deinen Knecht nach Turtel-Tauben Art
Mit süssem
Du nimmst mir Thörigten die besten Nahrungs-Flüsse
Dein Kuß entseelt mein Hertz und stöhret meine Lust
Warum entziehest du das Leben meiner Brust?
Verhülle deine Brust bedeck die
Die als ein Marmor-Meer mit sanfften Oden wallen.
Die angenehme Schooß ich weis nicht was anbeut
Dein Liebes Wesen giebt stets neue Lieblichkeit.
Verstecke deine Brust die mich mit ihren Pfeilen
So weisser als der Schnee verräthrisch wil ereilen
Die stets ihr blanckes Schwerd zu meinem Schaden wetzt
Und mein schon schwaches Hertz noch mehr in Ohnmacht setzt.
Allein du siehst aus Wuth nicht meiner Seelen-Plagen
Und lässest mich halb todt in meiner Noht verzagen.