So kühlet und löschet die lüsterne Flammen
Umarmet die Leiber in hefftiger Brunst
So flösset die Seelen und Geister zusammen
Und theilet in Liebe die heimliche Gunst:
Vergnüget die Seelen durch wechselnde Küsse
So drücket und bücket zusammen die Brust
Vereinget mit Anmuth der
Und schmecket den Zucker der höhesten Lust.
Beküsset eur Grab-Mahl auf Lippen und Brüsten
Und schmecket in Anmuth den süssesten Tod
Zerfliesset in Freuden ersterbet in Lüsten
Und kostet im Sterben ein liebliches Brodt.
Jhr sterbet in Lüsten ihr ruhet in Freuden
Drum sterbet nur offte und tausend mahl mehr
Die Seelen die können im Sterben sich weiden
Die Schätze der Liebe sind niemahls da leer.
Ersterbet nur häuffig so offt’ als ihr wollet
Und wünschet euch immer die süsseste Pein
Weil
So scharrt man mit Anmuth die Todten hinein.
Ach süsses Vergnügen! ach liebliches Sterben!
Wo häuffige Anmuth dasselbe beseelt;
Es wünscht sich einjeder ein solches Verderbeu
Weil keine Betrübniß die Sterbenden quählt.
Jhr lebet im Sterben ihr spielet in Flammen
Jhr ruffet das Leben zu küssen den Tod
Jhr röchelt und fliesset in Wollust zusammen
Und wünschet nur immer die liebliche Noht.
Die Seelen verlangen so immer zu leben
Und lieben den Wechsel der tödtlichen Lust
Sie wollen stets lebend die Geister auffgeben
Und suchen ihr Grab-Mahl im Schoosse und Brust