Talestris die nunmehr nach dreyßig Jahren gehet
Und ihre Kinder-Schuh bereits vertreten hat
Die grämt sich daß ihr Mund nicht mehr voll Rosen stehet
Wie er ihr vor der Zeit in jungen Jahren that.
Doch weil sie noch nicht gantz auf Wang’ und Mund verblühet
So stellt das grosse Kind sich täglich vor die Thür
Das stumme Wesen spricht wie! daß denn keiner siehet
Daß ich so artig bin ist denn kein Käuffer hier?
Sie läst wol hundert mahl sich an die Gassen schauen
Und danckt den Grüssenden mit grosser Freundlichkeit;
Allein dis alles kan ihr Glücke nicht erbauen
Kein Freyer findt sich ein es ist niemand der beut.
Das stehen nützt ihr nichts umsonst läst sie sich sehen
Es beist kein Käuffer an die Waare will man nicht;
Doch hört ihr losen Leut man muß wol draussen stehen
Und vor der Thüren seyn wenn Raum und Platz gebricht.