Celindo stirb! dein Leben will es haben
Jhr Zorn hat dich Elender schon begraben.
Ach Leben fleuch ich mag nicht lebhafft seyn
Mein Leben scharrt mich in das Grab hinein.
Jhr Geister flieht verlaßt die Jammer-Hütten
Jhr hofft umsonst sie läst sich nicht erbitten.
Auf süsser Tod ich warte mit Verlangen
Ich will dich gern zu meiner Ruh umfangen
Ich liebe dich und küsse deinen Pfeil
Du bist mein Trost und allerletztes Heyl.
Ach sterbet doch ihr halb erstorbnen Sinnen!
Jhr sucht umsonst die Harte zugewinnen.
Reiß mit Gewalt des Lebens-Pfeiler nieder
Ach tödte doch die abgematten Glieder!
Jhr Grausahm-seyn betrübt mich allzusehr
Jm Sterben fühlt man keine Marter mehr.
Tyrannin sag was nützet dir mein Quählen?
Hab’ ich die Schuld so magst du mich entseelen?
Leb wohl! leb wohl du strenge
Du bist so hart und grausahm als du schöne.
Celindo stirbt dein Hart-seyn hats gemacht.
Adjeu zu letzt leb wohl zu guter Nacht.
Reu und die Zeit wird noch die Sinnen zwingen
Lieb wen du wilt mein Wunsch wird jetzt gelingen.