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1675–1771

Sie beklaget den Verlust ihres Amanten.

Johann Georg Gressel

So muß sich nun mein Stern in einem Unstern kehren Sein vormahls süsses Licht wil ein O Himmel kanst du so ein treues Hertz beschwehren Mit so viel ungemach und

Ach soll ich meinen Stern hinführo nicht mehr sehn? So muß mein Freuden-Licht in Thränen untergehn. Was bringt es dir vor Lust grausahmestes Verhängniß? Daß du ein schwaches Hertz führst auf die Marter-Bahn

Mein sonst vergnügter Geist hält nun sein Leich-Begängniß Und leget halb entseelt die Trauer-Kleider an. Und was nur noch allein erquicket meine Brust Ist die Erinnerung der längst verfloßnen Lust.

Jedoch verzage nicht treu doch verfolgte Seele Die Zeit verändert sich in einem Augenblick Wer jetzo ist versenckt in einer Trauer-Höle Hat eh ers wohl vermeynt das allerhöchste Glück

Vielleicht kan auch dein Stern der jetzt verschwunden ist Dich wiederum erfreun wenn du beständig bist.

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