Das kluge Alterthum von dessen guten Sitten Noch keine dieser Zeit so gar verloschen ist Ist recht mit Vorbedacht ins neue Jahr geschritten Wenn
Und vor den holden West die rauhen Winde-wehen Daß jene muß betrübt nach ihrem Buhlen sehen. Die Felder sind dann leer von Früchten und von Leuten Der ungestühme
Und seine Ritter-Schaar will nach den harten Streiten So wie ihr Führer still und nicht blut-gierig seyn. Es ruht zu solcher Zeit was diese Welt umschliesset Was
In diese frohe Zeit da Dolch und Degen liegen Da lauter Lieblichkeit die stoltze Ruhe reicht Da hat das Alterthum zu jedermanns Vergnügen Das neue Jahr gesetzt und dadurch angezeigt
Daß denn mit bestem Recht die Wünsche können fliessen Weil Jhr Absehn war dabey den Göttern Danck zu geben Vor die verliehne Ruh sie wünscheten zu gleich
Daß ferner ihre Huld sie friedlich liesse leben So wären sie so wol am Glück als Gütern reich. Am meisten liessen sich dieselbe wünschend hören Die vorgenoßne Gunst die Gönner musten ehren.
Weil nun die neue Welt auch diesen Brauch beliebet So stellt sich meine Pflicht Hoch-Wohlgebohrner ein Mein Arm-seyn aber nichts von Gold und Silber giebet Mein Unvermögen läst mich nicht frey-gebig seyn.
Der Wille ist zwar da doch das Vermögen fehlet Ohn das der Wille todt und gleichsahm ist entseelet. Doch seiner Großmuth wird der Wille auch gefallen Denn hohe Leute sind mit solchem offt vergnügt
Ein Wenn ein getreuer Knecht mit Wasser vor ihm liegt Er schaute an das Hertz und nicht Geschenck und Gaben Weil unter solchen offt das schärffste Gifft vergraben.
Ich lege mich nun selbst zu seinen Füssen nieder Und stimme meinen Wunsch mit diesen Worten an: Der Himmel schencket uns den frohen Tag jetzt wieder An dem ein jeder jauchtzt der nur zwey Worte kan.
Was von Vergnügen ist in dieser Welt zu finden Hoch-Wohlgebohrner Herr das muß sich ihm verbinden. Sein Alter steige so wie Noahs seine Jahre Husai beuge sich vor seinen klugen Raht
Sein Reichthum wachse so wie Jacobs Haabe ware Der Fürst mach’ ihn so groß wie man dem Joseph that. Kein Unfall müsse ihm niemahls beschwerlich werden Bis ihm der Himmel wird gegeben vor die Erden.
Zwar da die Gaben schlecht und kein Geschenck zu nennen So müste wol die Pracht der Worte grösser seyn Doch was verstellet ist ist leichtlich zu erkennen Prahl-Worte geben nichts als über-tünchten Schein
Ein steinern Schau-Gericht und Wind-erfüllte Torten Reicht der der seine Pflicht bringt in geschminckten Worten. Ich bring ein treues Hertz das heisse Wünsche reichet Das grosser Gönner ihm auf ewig ist geschenckt
Wenn seine hohe Gunst nur niemahls von mir weichet So bin ich stets vergnügt und bleibe ungekränckt. Nun Himmel mache wahr was meine Wünsche haben So wird mit froher Lust sein hohes Hertz sich laben.
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