Hyelle laß dis Feld wo Phœbus Feuer blitzt Und geh mit mir dahin wo man im kühlen Schatten Am Rand des hellen Strohms in weichen Blumen sitzt Wo Anmuth und die Lust das Lager uns verstatten.
Es wird der Glieder-Schnee hier vou der Hitze braun Dein schön es Angesicht wird durch den Strahl verbrennet. Die Worte sind zwar gut doch dir ist nicht zu traun Die so den Männern folgt in ihr Verderben rennet;
Sie zuckern an ihr Wort man stellt sich heilig an Bis daß sie uns berückt und in das Netz gejaget Und sind wir denn gefällt alsdenn so siehet man Daß ihr uns nicht wie sonst mehr auf den Händen traget.
Wie übel siehest du doch meine Worte ein Die nichts von ungebühr und falschen Locken hegen Wie könnt ich gegen dich mein Kind betrüglich seyn! Da Ehr und Furcht in mir das Wollen niederlegen.
Ich ehre deine Pracht doch zwing’ ich mich dabey Daß nichts was widrig klingt aus meinem Munde fahre Und daß ich deiner Zucht niemahls beschwerlich sey Noch daß ich mich zu frech mit deiner Pracht gebahre.
Komm mit zu jenem Busch fühl wie die Sonne sticht Laß doch die schöne Haut so bößlich nicht verderben Komm mit wo Und wo den
Nein! Nein! ich folge nicht. Den Vögeln pfeifft man süß. Bis daß der Vogler sie mit Netz und Garn bestricket Du machst es eben so und meinest gantz gewiß Ich würde auch von dir durch Schmeichelung berücket.
Ich sehe schon womit die Geister schwanger gehn Ich mercke deine Gluht ich spühr du bist entzündet; Du must vom innern Brand mehr Uberlast ausstehn Als mein Gesicht und Hand von
Doch birgest du den Schalck und stelst dich heilig an Als hätte deine Hand das Wasser nie betrübet Da über Wolffes-Art der Schaaf-Peltz ist gethan Von aussen bist du kalt inwendig sehr verliebet;
Du laurst als wie ein Löw auf meine Jungferschafft Nein! Nein! ich folge nicht ich will beym Schaafen bleiben Dein süsses Locken hat bey mir gantz keine Krafft Hier will ich meine Zeit in stoltzer Ruh vertreiben.
Laß seyn ich liebe dich laß mich verliebet seyn So kanst du doch mein Licht mich darum nicht verdammen Wer ists der uns den Trieb der Liebe flösset ein Wer nehrt in unser Brust die süssen Liebes-Flammen?
Thuts nicht der Himmel selbst der unser Meister ist? Nach dessen Schatzungen die Menschen-Kinder leben Wer ist der sein Befehl nicht ohne weigern küst? Und welcher findet sich der ihm kan widerstreben?
Man saugt den Liebes-Safft mit aus der Mutter-Brust Und eh man reden kan die Liebe uns besitzet Es schafft in Windeln schon mehr denn versüßte Lust Wenn auf der Mutter Leib man seinen Leib erhitzet.
Die Liebe wächst wie wir altäglich nimmt sie zu Ja sie hat mehr bey uns als wir selbst zugenommen Sie treibt die Sinnen an und stöhrt dem Geist die Ruh Bis er den Ort gesucht wo er ist hergekommen.
Man spühret ihre Macht in Steinen und in Stahl Die gantze Creatur ist gegen sich verliebet Es ehrt der Liebe Macht die Erde überall So bald die Sonne weicht ist
Die Turtel-Taube stirbt wenn ihr der Tauber fehlt Der Palm-Baum der verdorrt wenn ihm sein Mann entriffen Aurora sich noch jetzt um ihren Cephal quählt Und du wilt nichts von Feur und
Ich weiß nicht was dein Mund mir von der Liebe sagt Mir ist was Doch weiß ich nicht wie mir der Nahme so behagt Ich weiß nicht wie mir wird die Brust will sich verkehren
Es regt sich was in mir doch ist mirs unbewust Ach Dein süsses Reden rührt die eisen-harte Brust Jhr Götter daß ihr mich mich Arme so betrübet.
Was ficht Gelt! So gehts wenn man die Macht des starcken Gotts entehrt Der einen Felsen-Sinn im Augenblick kan brechen.
Doch Er schenckt den Liebenden viel tausend Süssigkeiten Er überhäufft mit Lust er reget süssen Schertz; Komm folge mir nur nach den Schmertzen zu bestreiten.
Ich stehe noch was an dir Ich weiß nicht wie ich soll die kühne That beschönen Dann würde mich bey dir wer gantz alleine sehn So möcht man meine Zucht und Ehrbarkeit verhöhnen.
Wirf die Gedancken hin und folge mir nur nach An jenen dunckeln Ort zu denen Lust-Gebüschen Wo wir alleine seyn bey dem Crystallen-Bach Gewiß da kan kein Mensch zusammen uns erwischen.
Da wird die sanffte Lufft verliebte Winde wehn Die Vögel werden uns verbulte Lieder singen Wir werden da vor Lust gleich als bezaubert stehn Der klahre Bach wird gleich den hellen Orgeln klingen.
Es wird wenn du gesinnt wie ich gesinnet bin Ein Meer der Süssigkeit die Geister überschwemmen Und in die Schwaanen-Brust wird sich die Anmuth ziehn. Komm koste
Ich weiß nicht wie mir ist ich schwinde ich vergeh Dein Mund bringt Sachen für die meinen Geist bethören Bald bin ich recht beglückt bald wird mir wieder weh Wie ist mir soll ich denn
Soll denn ihr starcker Arm anjetzt gantz krafftloß seyn Und muß ihr schneller Pfeil vor Wie geht mir alle Krafft und alle Stärcke ein? Ach! ja der
Komm nur mein Engel komm und schenck mir deine Gunst Reich mir die Brüste dar die allerschönsten Dinger Die Kost des Paradies den Zunder zu der Brunst Ach schenck mir deinen Schooß den rechten Hertzens-Zwinger.
Mein Warum sucht deine Hand das Kleid mir auffzuheben? Es fügt sich eben so doch hält es nichts in sich Verliebte pflegen da nicht Achtung auffzugeben.
Wenn du wilt täppisch seyn? so gehe in der Zeit Du möchtest sonst mit mir dich gar zu mausicht machen. Entweiche nicht mein Kind es bringet dir kein Leid Ein Griff und Kuß die sind ja gar geringe Sachen.
Doch zündt ein Griff und Kuß der Und macht durch innre Gluht uns in uns selbst verbrennen. Da wo man Wasser hat sogleich man löschen kan Wenn sich die Flamme läst nur durch den Rauch erkennen.
Flammt nun dein Hertze an so küsse mich mein Kind Laß mich ein mehres zu gib Kuß und Griff zusammen So löschet sich die Gluht durch das was sie entzündt Und Wasser wird daraus was vormahls heisse Flammen.
Mein Betaste meine Brust und laß das ander bleiben. Du Närrin weist noch nicht was darauf folgen muß Wenn man mit küssen will die Zeit nicht mehr vertreiben.
Was folget denn darauf? ach lasse mich doch loß Und sage mir hernach was folget nach den Küssen. Das was du noch nicht weist erfähret deine Schooß Doch soll sie es jetzund mit höchster Anmuth wissen.
Hilf Himmel steh mir bey Rett meine Jungferschafft sie liegt in letzten Zügen. Dein Ruffen hilfft dir nichts wie hört Die bey
Bequehme dich mein Kind nur zu der Liebes-Lust Der Himmel stimmet bey das Schicksahl will es haben. Soll es denn also seyn so drücke Brust an Brust Ich will so viel ich kan dein heisses Hertze laben.
Ich bleibe dir davor mein Leben stets verpflicht. Ach halt! mein Schatz halt an! es ist genug geschertzet Ein mehres gönn ich dir bey meiner Treue nicht Ach glaube daß dein Thun mich gar zu herbe schmertzet.
Mein Kind es schadt dir nichts die Schmertzen sind gar klein Den Jungfern thun sie weh doch kitzeln sie die Weiber. Laß doch mein liebster Schatz es nun zum Ende seyn. Wir bringen sonst in eins ja unser beyde Leiber.
Gedulde dich mein Kind und traue es mir zu Daß ich dir deinen Leib gar nicht verletzen werde Ich bin von Wollust sat ach! gib dich nun zur Ruh Und siehe wie ich mich so ängstiglich gebährde.
Mein Schatz ich bin entzückt - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - ich bin nicht mehr bey mir Ich bin im Paradies ich breche Zucker-Früchte Mein Liebster ach mein Schatz - - - - - - - - - - - - - - -
- - - - - - - - - - - - - - - ich lebe bloß in dir Mir schencket deine Brust ein süsses Lust-Gerichte. Ach welche Zucker-Lust hat doch mein Geist geschmecket! Welch süssen Lebens-Thau hast du mir eingeflösset!
O süsse Anmuths-Quell! von der mein Geist geleckt Nachdem du mir die Brust und deine Schooß entblösset. Voll Wollust ist die Brust und meine Seele voll Es kitzelt mich annoch das Lust beseelte Streiten.
Mein Leib der ist ermüdt er kan nicht wie er soll Jhm fehlet Stärck und Krafft dir Anmuth zu bereiten. So hat mein Und in der zarten Schooß den Liebes-Schatz gepräget.
Nein! Nein der Himmel hat den Sieg dir zugefüget Der mich als deinen Knecht für deine Füsse leget. Auf! auf! mein Hör was die Bäume schon von unser Liebe sagen.
Ach! warte doch mein Kind und sey noch eins gehertzt Die Bäume dürffen es nicht zu verrahten wagen. Nun gute Nacht mein Schatz der Ich scheide zwar von dir der Geist stets bey dir bleibet.
Der Himmel wehe dir mein Engel Anmuth zu Die dir mit stoltzer Freud’ Angst Noht und Pein vertreibet.
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