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1675–1771

Liebes Brief an Clelien.

Johann Georg Gressel

Vergönne Clelia, daß mein verirrter Geist In deinen Haven treibt wo Den Port wo lauter Lust sich ums Gestade weist Wo Myrthen Tausend-Schön und

Wo Mit sammt der Kitzelung zur Wohnung auffgeschlagen Wo sich die Anmuth hat den dreyen zugesellt Wohin uns die Natur den besten Schatz getragen.

Wo Milch und Honig fleust wo ein Gelobtes-Land Wo Zucker und Wo Liebes-Rosen zeugt der Alabaster Strand Daselbst vergönne mir die Lüste zu geniessen.

So dis Die mich mit In welchem sich mehr Lust als Sand am Meere findt Die ich mit

Weil sein erdichtes Reich nicht solche Engel hegt Die uns mit einer Kost von Man da nur blossen Schein zu seiner Tafel trägt Wenn man schon Lust verlangt kan man nur Unmuth haben.

Wie sich nur Weil die beliebte Frucht dem Munde wird entzogen Wie er im Wasser steht und über Durst doch klagt So gehts in

Du aber schenckest mir ich weis nicht was vor Frucht Wenn sich dein hohler Schooß mit meinen Gliedern paaret Den mein verirter Geist zu seinen Haven sucht Wo er vor allen Sturm am besten ist verwahret.

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