Charlotte laß dis Blatt zu deinen Händen fliegen Ich weiß du weist es schon was es verborgen hält. Die Augen so den Geist und den Verstand besiegen Verschaffen daß es dir leicht zu errahten fällt.
Zwar schreib ich etwas frey durch Fleisch und Blut getrieben Die Regung so mich quählt mehr als zu hefftig ist Doch nein es ist nicht frey du wilst ich soll dich lieben Und zeigst dadurch daß du der Schreiber selber bist.
Ich habe dich geliebt ich liebe dich noch ferner Allein die Gunst wird noch umsonst von mir gesucht. Vor Reichst du mir Salsen her und
Es küsset zwar mein Geist die angenehmen Wangen Er küßt den Purpur-Mund und deine Schwaanen-Brust Allein was ists? er kan draus keinen Trost erlangen Die leere
Wann der erhitzte Mund die schönen Rosen-Lippen Wo Milch und Honig fleust nicht darf zum Labsahl sehn So gleichet er dem Schiff daß zum Magnetschen Klippen So solches nach sich ziehn muß ins Verderben gehn.
Wann aber ihn die Gunst der Schönen lieb gewonnen Wenn ein beliebter Blick aus holden Augen spielt Die an zu sehen seyn als zweene Gnaden-Sonnen Und wenn er sich im Schnee des zarten Busens kühlt:
So fähret er daher in lauter sanfften Wellen Das Glücke steht ihm bey weil Kein harter Sturm kan es in seiner Farth zerschellen Weil es sich nicht zu weit von seinen Haven reist.
Nun stehet es bey dir du kanst mich glücklich machen Sprich nur: Ich werde gantz entzückt vor süsser Wollust lachen Wenn mich dein schöner Schooß nimmt in dem Haven ein.
Cookies on Poetry Cove