Wo denckt ihr hin ihr flüchtigen Gedancken?
Welch Unbestand nimmt euch ihr Sinnen ein?
Heist dieses wol treu und beständig seyn?
Bald hie und denn bald dort hinaus zu wancken.
Was nützet euch die falsche Heucheley?
Wie! wenn ihr lieben wolt so liebet treu.
So liebet treu mein Glück ist noch verhanden
Das Wetter so ihr Antlitz überzieht
Wird nicht beständig seyn ihr Zorn entflieht
So schleunig als er bey dir ist entstanden
Geduldet euch nur eine kleine Zeit
So wird zum Ende seyn euer hartes Leid.
Eur hartes Leid wird sich in Lust verkehren
Bey Rosen lassen sich die Dornen sehn
So kan man auch nicht stets auf Sammet gehn
Die Liebe will nicht immer Lust verehren
Zuweilen sie auch scharffe Salsen giebt
Und prüfet uns ob man beständig lieb’t
Beständig liebt ein recht verliebtes Hertze
Es wancket nicht ob schon ein Sturm entsteht
Wenn alles neben ihm zu Grunde geht.
So brennet doch in ihm die Liebes-Kertze
Die keine Noht wie groß sie ist ausbläßt
Bis daß den matten Leib der Geist verläst.
Der Geist verläst offt eh des Leibes-Höle
Als daß er seine treue Liebe bricht
Wohin man einst den steiffen Sinn gericht
Dahin verlanget immerfort die Seele
Ich fühle auch das angenehme Strick
Das nach
Nun zieht zurück bleibt immer fort beständig
Der Sieger wird erst nach der Schlacht gekröhnt
Wer sich recht nach dem Sieges-Krantze sehnt
Den machet nichts von seinem Zweck abwendig.
Weil ich nun auch ein
So flieht die Meuterey wo denckt ihr hin?