Ich bin ein rechter Narro Mir fehlet eine Sparre Weil ich verliebet bin. Den Haasen laß ich streichen
Und die Vernunfft entweichen O ungerahtner Sinn! Die Leute werden lachen Wenn sie die läpschen Sachen
Jm vorgem Liede sehn. Mich wunderts wie ich können In dieses Bild entbrennen Und ihr zu Dienste stehn?
Geh Thörin geh von hinnen Es wollen meine Sinnen Dir nicht mehr dienstbahr seyn. Ich weiß mich wol zu retten
Aus deinen Liebes Ketten Und kan mich bald befreyn. Weil du nicht können schweigen So hab ich wollen zeigen
Daß du zu mild bericht’t. Die Fesseln sind zerrissen Die mich sonst halten müssen Mein Hertze liebt dich nicht.
Mein geh erst hin und lerne Das deiner Augen-Sterne Nicht so durchdringend sind Als wie du wol vermeynest
Dem du annehmlich scheinest Der ist aus Wahnwitz blind. Vordem war ich bethöret Daß ich ein Bild verehret
So keine Göttin ist Weil nun mit meinem Lieben Ich Ketzerey getrieben So wird sie jetzt gebüßt.
Ich breche die Altare Und was sonst heilig ware In meinem Hertzen ab; Weil mich die Freyheit grüsset
So sey sie auch geküsset Bis in das dunckle Grab.
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