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1675–1771

Er vergleicht die Lesbia mit einem Garten.

Johann Georg Gressel

Entweiche Flora nur mit deiner Blumen-Pracht Verhüll das Lust-Gefild der schönen Gib dem beliebten Schmuck der Nelcken gute Nacht Verlaß die Prahlerey der stoltzen Käyser-Cronen.

Hilff der verlaßnen Lilg beperlte Thränen streun Auf den gebückten Klee entfärbt euch ihr Jhr Jhr grünen Matten sterbt in dunckeln Finsternissen.

Du edles Blat Jhr grünen Lauben welckt ihr blauen Regen-Bogen Hült euren Indich bey laß nur dein Blühen seyn Du safftger

Seht meine Es muß vor ihrer Pracht eur schlechtes Ansehn weichen Sie hegt mehr Lustbarkeit als Die

Weil ihr Rubinen Mund die Rosen übersteigt Vor ihren Wangen muß die Nelcke sich entfärben Die Kayser-Crone sich vor ihren Haupte neigt Und vor den Busen muß die stoltze Lilge sterben.

Die Stirn- Jhr Athen thut weit mehr als Die blauen Adern sind mit Turckis ausgeputzt Die Tulpe muß entschwärtzt vor ihren Wartzen weichen.

Die blaue Denn der beliebte Glantz den Indich übersteiget; Ein blauer Anmuths-Strahl spielt aus dem Angesicht Der dem bemannten Geist die Liebes-Fackeln zeiget.

Die rund-gewölbte Schooß die Lauben übertrifft Der Eingang sticht hinweg das blühn der Die Gegend des Gebüschs ein feurig Kitzeln stifft Demselben der da bricht der Lüste-Zucker-Rosen

Dem Garten fehlet nichts die Anmuth fällt ihm bey Die Die Huldinnen sind stets in dieser Wüsteney Auch

Nur eines fehlt ihm noch ein Gärtner der sich kan Mit fetter Perlen-Milch zu säemen ihn befleissen Nimmt mich nun So kan ich

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