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1675–1771

Er preiset sein Glück.

Johann Georg Gressel

Jhr Auen Bäch und Büsche Du stiller Felder-Ruh Und auch ihr stummen Fische Hört meine Freude zu.

Ich saß vor wenig Tagen Bey meiner Und was ich nur mucht fragen War alles bey ihr Ja.

Ich sprach: Mein Kind von Hertzen Verehr’ ich eure Pracht So lang die Sternen schertzen Am Himmel bey der Nacht.

Ja in der letzten Stunde Die Leib und Seele trennt Ob schon mit schwachem Munde Werdt ihr mein Licht genennt.

Drauf schloß sie mich gebunden In ihre Arme ein Ach! daß der süssen Stunden Noch tausend möchten seyn.

Und mit verliebten Blicken Sah sie mich freundlich an Ein sanfftes Hände drücken Wurd’ auch hinzugethan.

Bis endlich meine Schöne Die Worte bracht herfür Mein Liebster ach ich sehne Mich immerfort nach dir.

Ich stelle dir das Küssen Und beste Lieben frey Doch keiner soll es wissen Daß ich dein eigen sey.

Wir sassen voller Freuden In dem gebückten Klee Entfernt von allen Leiden Von Kummer Furcht und Weh.

Jhr Mund lag auf dem meinen Von ihr selbst angelegt Und ihre Brust ließ scheinen Was sie verborgen trägt.

Zwo schöne Die quollen in die Höh Es wuchsen auf Corallen In Flammen und im Schnee.

Es daurte unser Freude Bis in die spähte Nacht Worauf wir alle beyde Uns auf dem Weg gemacht.

Dis wil ich euch vertrauen Jhr Felder weit und breit Jhr aber müsset schauen Daß ihr verschwiegen seyd.

Drum sag’ ich mein Verüben Den stummen Felsen an Die beste Kunst im Lieben Ist daß man schweigen kan.

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