Von den Banden von den Ketten
Ist mein Hertze nun befreyt
Davon in so langer Zeit
Es sonst kunte nichts erretten:
O höchst beglückter Tag! o angenehme Stunden!
Darinnen ich mein Glück und Freyheit wiederfunden.
Lachet ihr befreyten Sinnen
Und du sonst beklemmte Brust
Schöpff’ aus deiner Freyheit Lust
Die eur thörigtes Beginnen
Vor einem Blick vergab von ungetreuen Augen
Die euch zu nichtes sonst als einer Folter taugen.
Schaut doch an die holden Blicke
So euch jetzt das Schicksahl giebt
Und wie euch so hertzlich liebt
Ein gewünschetes Gelücke
So eure Fesseln bricht euch in die Freyheit setzet
Und statt Egyptens Dienst in
Solten euch die Augen zwingen?
Die nur schlechter Firniß sind
Nein! seyd nicht mehr starre-blind.
Last euch aus dem Nebel bringen
Der euch mit seinem Dunst bishero hat betrogen
Und mehr als Wahrheit ist von ihr euch vorgelogen.
Wer will wol als Sclave leben
Wenn er kan erlöset seyn?
Und wer geht den Wechsel ein?
Seine Freyheit hinzugeben
Vor einem falschen Blick vor ein betrüglichs Lachen.
Und wer läst sich aus Lust zu einem Knechte machen?
Schützt euch nun in eurem Stande
Bleibt der Freyheit zu gethan
Nehmt hinführo nicht mehr an
Diese so verhaßte Bande
Bemühet euch vielmehr derjenigen zu dienen
Bey der ihr Gegen-Gunst und Liebe sehet grünen.