Ich bin zu fromm zu fromm beym Frauen-Zimmer
Man klagt mich stets als allzufurchtsam an
Das Jungfern-Volck das saget je und immer
Mit meiner Gunst wär ihnen nichts gethan.
Ich ehrte zwar das Jüngferlich Geschlechte
Und meine Pflicht die trüge reichlich ein;
Doch hielt ich mich nicht nach der
Und meine Hand wolt niemahls dreifte seyn.
Die Finger sich nicht zu den Brüsten machten
Auch kähm’ ich nicht vor das Gelobte-Land.
Ich ließ den Mund bey süsser Kost verschmachten
Und wäre nur den Nahmen nach bekandt.
Mein Gut-seyn ließ mich ihre Gunst verschertzen
Ich machte selbst mein Glück zurücke gehn
Nicht das Geschenck das Tasten und das Hertzen
Das liesse nur vor einen Mann bestehn.
Die Klage muß ich aller Orten hören
Sie hassen mich ob meiner Gütigkeit;
Doch kan ich mich an ihrem Wunsch nicht kehren
Macht gleich mein Fleisch mir unterweilen Streit.
Ich will stets keusch in meinem Wesem bleiben
Bannt man mich gleich zum Thor und Stadt hinaus;
Ich wil mich nicht an ihre Dinger reiben
So stoß’ ich nicht die Fenster-Scheiben aus.