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1675–1771

Er hat zu Elida keine Vergnügung.

Johann Georg Gressel

Ich baue mir ein Haus von kummer-vollen Nesseln Wo Einsamkeit und Gram mir stets zur Seiten stehn: Die Traurigkeit will mich mit todten Schatten fesseln So daß kein Freuden-Stern in meiner Brust zu sehn.

Der süsse Mir stinckt des Zuckers Safft als bitter Wermuth an Und mein Verhängniß läst nur saure Galle quillen Die keine Lustbarkeit allhier verzuckern kan.

Mit Thränen wird mein Tranck nur allzu offt vermischet Mir wird ein schwartzes Brodt das liebliche Mein Lust-Wald ist ein Ort wo Unck’ und Schlange zischet Ein Schwantz-Stern sticht hinweg den günstigen

Vor die genoßne Lust empfind’ ich herben Schmertzen Die Einsamkeit schenckt mir Allaun und Wermuth ein Die Traurigkeit bestürmt die Thore zu dem Hertzen Es soll mein Sinnen-Bau ihr steter Wohn-Platz seyn.

Doch unterweilen labt mich noch ein Angedencken Und die gehabte Lust dem matten Geist erquickt Wenn aber ich zu weit wil Zaum und Zügel lencken So wird die Frölichkeit mit dem Kapzaum bestrickt.

Und also muß mein Geist in stetem Kummer schweben Weil hier zu Hir muß ich als ein Münch in engen Dazu

Hier kan ich nicht mit Lust dich meinen Engel schauen In dessen Angesicht Hier find’ ich meine Lust in den bekleeten Augen Wenn drauf im süssen Thau

Mit dieser Lustbarkeit muß ich mich hier vergnügen; Jetzt muß ich seyn ein Knecht in der Egypter Land Bis nach verloffner Zeit die Lust mich ein wird wiegen In jenem

Indessen lebe wohl dein Glücke muß stets blühen Dein Auge schaue nichts als lauter Wohlergehn Die Segens-Wolcke soll auf deine Scheitel ziehen Und was behaglich ist muß dir zur Seiten stehn.

Es mehre sich die Pracht der angenehmen Glieder Grün wie ein Daß wann ich dermahleinst komm’ aus der Wüsten wieder Ich gegen deine Pracht verachte Thron und Kron.

Du aber Dein Angedencken macht daß ich noch lebend bin Dein Bild verwehret mir in Ohnmacht hinzufallen Sonst fiel der matte Leib wie zarte Blumen hin.

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