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1675–1771

Er giebt ihr seine Liebe zu erkennen.

Johann Georg Gressel

Durch deiner Augen-Pracht geliebte Schöne! Hast du mein Hertz verletzt und mich verwundt Drum gönne daß es auch sich nach dir sehne Durch einen holden Blick wird es gesundt.

Eh bin ich nicht vergnügt Bis ich dein Hertz bestegt Darf ich dein eigen seyn? So legt sich meine Pein

Und ist vorbey: Es schmecket meine Brust Vergnügte Himmels-Lust Wenn mich dein Mund beküst

Und meine Quaal versüßt Durch wahre Treu. Mein Wahl-Spruch lautet so: Ich will dich lieben So lange mir die Lufft das Leben schenckt

Dein Nahm ist mir so tieff ins Hertz geschrieben Daß es so Tag als Nacht an dich gedenckt. Ich ehre deine Pracht Die mich zum Sclaven macht

Dein schönes Angesicht Daß weicht im minsten nicht Dem Paradies Laß deiner Augen-Schein

Mir holde Sternen seyn So führet mein Mich auf die rechte Straß Zum güldnem Vließ.

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