Du schwacher Liebes-Gott wo sind nun deine Banden?
Mein Hertz und Sinn
Hat seine Freyheit funden.
Du solt annoch an mir erstreiten Schimpff und Schanden
Weil ich nun bin
Von Ketten loß gebunden
Verlach’ ich den Zunder und Plunder der Liebe
Vermeide die schönen
Sieh hier mein Hertze ist gantz loß von deinen Ketten
Das willig hat
Von dir sich fangen lassen.
Man kan sich gleichwol noch aus deinen Banden retten
Wenn in der That
Man will die Fesseln hassen
So deine verschmitzete Schwäncke uns geben
Verkürtzen und würtzen das edelste Leben.
Und also lieffert dir die Freyheit jetzt
Mit vollem Glück
Sucht sie dich zu besiegen
Du solt wol tausendmahl mit ihr dich wieder balgen
Eh deine Tück
Sie werden unter kriegen.
Ich trotze und schelte nun billig die Ketten
Wovon sich sonst trauet leicht keiner zu retten.