Die Sclaven ächtzen in den Banden
Und ihr Gemühte ist betrübt
Warum? es ist niemand verhanden
Der ihnen gute Worte giebt.
Sie dürffen ihre Noht nicht klagen
Damit sie ihre Henckers plagen.
Mit recht verfluchen sie die Ketten
Die sie so übermässig drückt
Sie wünschen daß sie niemahls hätten
Dis Rund der Erden angeblickt.
Jhr Jammer zwinget sie zum Sterben
Und wil sie dennoch nicht verderben.
Ein Kluger hasset dieses Leben
Und wil gern ohne Banden gehn
Doch viele sind die dahin streben
Sich als Gefangene zu sehn;
Ich selber bin in diesem Orden
Freywillig eingeschrieben worden.
Allein! die Banden die ich führe
Sind angenehm und auch sehr leicht.
Die Freyheit die ich jetzt verliehre
Vor einer solchen Göttinn weicht
Der alle Welt begehrt zu dienen
Wenn sie sich dessen darf erkühnen.
Die Schönheit so eur Antlitz heget
Der blauen Augen Wunder-Macht
Und was sich in dem Busen reget
Die haben mich dazu gebracht
Die schönen Fesseln zu verehren
Die meine Hand und Brust beschwehren.
Seyd nun so gütig als ihr schöne
Blickt euren Sclaven gnädig an
Gönnt daß ich mich nach diesen sehne
Was meine Banden mildern kan.
Und wird die Treue nicht gebrochen
So werd mir Gegen-Gunst versprochen.