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1675–1771

Er bittet um die letzte Gunst.

Johann Georg Gressel

Mein Leben sieh dein Knecht will als ein Opffer sterben Zum Altar wünscht er sich die schöne Brust Wer sich den Platz zum Grab-Mahl kan erwerben Der stirbt fürwahr mit Lust.

Die Flammen die ihn da umschliessen Zu neuen Lüsten dienen müssen Nun kröhne mich als wie man muß das Opffer kräntzen Nimm Rosen so auf deinen Wangen blühn

Jesminen auf der Brüste Hügeln gläntzen Der Hals gibt Liljen hin. In diesem Schmuck will ich erblassen Und mich gantz gern verbrennen lassen.

Und sterbe ich denn schon in diesem schönen Feuer So weiß ich doch daß mir der schnelle Tod Mehr sanfft seyn wird als hart und ungeheuer Ich bleibe ausser Noht;

Drum lasse mich bald mein Vergnügen Auf diesem schönen Altar liegen. Den Richt-Platz will ich gern als meinen Thron besteigen Zwey Scheiter-Hauffen ich da vor mich seh’

Die süsse Brunst und Liebes-Flammen zeigen; Wenn ich darinn vergeh So kan ich in den schönften Gründen Ein neues Leben wieder finden.

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