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1675–1771

Er bittet sie zu küssen.

Johann Georg Gressel

Laß deinen Zucker-Mund mich Schönste doch beküssen Und kühlen Laß süssen Honig-Thau von deinen Rosen fliessen Der

Laß den Rubinen-Mund mit süssem Moste quillen Das mehr von Anmuth hegt als Laß mich den heissen Durst mit dem Geträncke stillen Dem am Geschmacke weicht der Palmen weisser Schaum.

Laß mir den Perlen-Thau von deinen Lippen suchen Wornach verschmachtend fast ein jedes Hertze lächtzt; Doch der ist Scheltens werth ja billig zu verfluchen Der bey dem Uberfluß der Quellen durstig ächtzt.

Drum must du Von deinen Lippen mir den Honig geben frey Du must mir unverwehrt den Und zeigen daß vor Durst dein Mund ein Labsal sey.

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Er bittet sie zu küssen. · Johann Georg Gressel · Poetry Cove