Jhr Flüsse und ihr harten Steine
Seyd Zeugen meiner Liebes-Pein
Jhr wißt wie offtmahls ich beweine
Der schönen
Es sollen sich mit euch vermischen
Die Thänen so mein Haupt vergeußt
Es soll das dürre Feld erfrischen
Der Zähren-Thau der von mir fleußt.
Die
Mit ihrer Jammer-Stimme bey.
Und mehret meiner Schwermuth-Plagen
Durch wiederholtes Angst-Geschrey.
Der Jammer zehret ab mein Leben
Und treibt mich zur Verzweiffelung;
Wird
Empfind’ ich keine Linderung?
Das Unglück schiest mit seinen Pfeilen
Auf mein betrübtes Hertze zu
Und keiner kan die Wunden heilen
Es weiß mein Geist von keiner Ruh
Da
Von keiner Liebes-Gluth entbrennt
Nur lacht zu meiner Seelen-Schmertze
Und sich mit Freuden grausahm nennt.
Soll denn mein Angst-beseltes Schreyen
Niemahls erweichen deine Brust?
Soll sich mein Leiden stets verneuen?
Schafft dir denn meine Folter Lust?
So laß der Augen heisses Blitzen
So fort verzehren meinen Geist
Denn was kan dir mein Jammer nützen
Wenn sich dein Paradies verschleußt?
Wo nicht so schaffe daß mein Hoffen
Den frohen Haven bald erreicht:
Steht denn dein Paradies mir offen
So mache daß der Engel weicht
Der mit dem Schwerdte deines Zornes
Den Gang zum Lebens-Baum verwehrt
So wird mein Schatz des Wollust-Hornes
In dir mein