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1675–1771

Er beklaget ihre Grausamkeit.

Johann Georg Gressel

Jhr Flüsse und ihr harten Steine Seyd Zeugen meiner Liebes-Pein Jhr wißt wie offtmahls ich beweine Der schönen

Es sollen sich mit euch vermischen Die Thänen so mein Haupt vergeußt Es soll das dürre Feld erfrischen Der Zähren-Thau der von mir fleußt.

Die Mit ihrer Jammer-Stimme bey. Und mehret meiner Schwermuth-Plagen Durch wiederholtes Angst-Geschrey.

Der Jammer zehret ab mein Leben Und treibt mich zur Verzweiffelung; Wird Empfind’ ich keine Linderung?

Das Unglück schiest mit seinen Pfeilen Auf mein betrübtes Hertze zu Und keiner kan die Wunden heilen Es weiß mein Geist von keiner Ruh

Da Von keiner Liebes-Gluth entbrennt Nur lacht zu meiner Seelen-Schmertze Und sich mit Freuden grausahm nennt.

Soll denn mein Angst-beseltes Schreyen Niemahls erweichen deine Brust? Soll sich mein Leiden stets verneuen? Schafft dir denn meine Folter Lust?

So laß der Augen heisses Blitzen So fort verzehren meinen Geist Denn was kan dir mein Jammer nützen Wenn sich dein Paradies verschleußt?

Wo nicht so schaffe daß mein Hoffen Den frohen Haven bald erreicht: Steht denn dein Paradies mir offen So mache daß der Engel weicht

Der mit dem Schwerdte deines Zornes Den Gang zum Lebens-Baum verwehrt So wird mein Schatz des Wollust-Hornes In dir mein

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