Was vielen heimlich ist das kriege ich zu wissen
Durch mich wird manche Noht und grosser Schmertz
beklagt;
Ich sage was man offt sich nicht zu sagen wagt
Und jenes macht entzückt was ich gesetzt vom Küssen.
Aus meiner Röhre pflegt der Wollust-Quell zu fliessen
So daß die todte Schrifft so Aug’ als Hertz behagt.
Mein stummer Mund viel mehr als ein Beredter sagt
Durch mich kan sich ein Paar an fernen Orten grüssen;
Durch mich entzünden sich gar offt die kalten Hertzen
Mein Wesen zeuget Lust mit Gluth beseelten Schertzen
Mein unberedter Mund auch spröde Hertzen zähmt
Ich muß den Liebenden die erste Labsahl zeigen
Ich sätze was der Mund sich vorzubringen schämt
Und rede vom Papier wenn Zung und Redner schweigen.