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1675–1771

Die glückliche Mittags-Ruhe.

Johann Georg Gressel

Es war sehr hefftig heiß der Morgen war vergangen Ich legte mich aufs Bett als ich gespeist zur Ruh Die Fenster-Lade war halb offen und halb zu Fast wie mit ihrem Licht die düstern Häynen prangen

So wie wenn Wie oder nach der Nacht des Tages Vortrab scheint In welcher Dunckelheit kein Mädgen es verneint Weil der Furchtsahmen Schaam darinn gesichert däuchtet.

Corinna kahm darauf mit einem Rock bedecket Loß um den weissen Hals des Haar ohn Schleyer hing So wie Und wie die

Ich raubte ihr den Rock und dachte sie zu kriegen Sie aber griff auch zu und faßte das Gewand Es wieder anzuziehn doch war ihr Widerstand Kein Ernst sie ward besiegt durch willigs Unterliegen.

Daß sie nun gantz entblößt vor unsern Augen stehet Es war so gar kein Fehl an dem Als ich die Schulter sah so war der Armen auch Die Brust die war gerecht zur Tastung aufgeblähet.

Ich weiß nicht alle Pracht und was sich kostbahr zeigte So wie die Seite war so war der Hüffte-Zier Ich fand mit einem Wort nichts Tadelhaffts an ihr Daß ich auch meinen Leib an ihre Glieder beugte.

Wers Ubrige nicht weiß der rahte in die Wette Bis ihn die Reitzung hin auf die Gedancken zieht Wir schlieffen endlich ein weil wir zu sehr ermüdt Doch wünsch ich daß ich stets so guten Mittag hätte.

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