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1675–1771

Desaleichen.

Johann Georg Gressel

Es träufft des Himmels-Gunst nun lauter Balsam nieder Der ströhmt mit vollem Glück auf deine Scheitel zu Nach langen Stürmen findt ein sanffter Blick sich wieder Und auf die Unlust-Last vergnügte Seelen Ruh.

Die Wollust will anjetzt mein Freund dich truncken machen Sie lässet ihre Lust dir zum Vergnügen aus Selbst das Verhängniß muß ob deinen Glücke lachen Es führet dich zuletzt in das beliebte Haus.

So krönt Beständigkeit nach ausgestandnen Proben Dennoch dein wehrtes Haupt mit einem Myrthen-Krantz Die erste Liebe bleibt ob gleich die Neider toben In der Zerreissung stehn und im Zertrennen gantz.

Bellandra will ihr Wort ihr reines Wort erfüllen Sie will in kurtzer Zeit dein bestes Labsahl seyn Es soll dein heisser Geist den Liebes-Hunger stillen Es nimmt ihr

Vergnügung will mit Lust um deine Scheitel spielen Die Liebste labet dich mit ihrer Zucker-Brust Corallen werden dir die heissen Lippen kühlen Du wirst beladen seyn mit angenehmer Lust.

Das traurige Gestirn die düsteren Und der Die dir in dein er Lieb’ Angst Noht und Schmertz erweckten Wird nun ein frohes Licht des klaren Himmels seyn.

Du wirst dein Haupt mit Lust wie Dis frendige Gestirn vermehret deine Ruh Kein Stürmen kan den Schein des Freuden-Lichts vernichten Es wirfft dir unverhofft die schönsten Strahlen zu.

Nun kanst du nach der Nacht und ihren Finsternissen Den schönen Morgen-Stern in vollem Glantze sehn. Dein Engels-Kind wird dich recht zu Vergnügen wissen Dein Schmertze ist nun fort dein Klagen ist geschehn.

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