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1675–1771

Der entwaffnete Cupido.

Johann Georg Gressel

Als nächst der Chloris Schooß die kühlen Fluhten küßte Versah’ es Daß er dis nackte Bild als seine Mutter grüßte Dieweil sie ihn aus Schertz auf ihre Arme nahm.

Doch sah er den Betrug und weil er ohne Waffen Die er am Strand gelegt nicht kunte Rache schaffen So rieß er sich geschwind von ihren Armen loß Und flog dem Lande zu; wo er den Bogen bloß

Nicht Sehn’ und Pfeile fand die Der Und heimlich mit dem Raub war in dem Busch entwichen Daselbsten einen Stock zu seiner Sehn zu hohln.

Cupido durffte nicht zu seiner Mutter kommen Weil ihm die Sehn’ und Pfeil so liederlich genommen Indem er nun betrübt bey seinem Bogen saß War er der

Er kunte unbewehrt die herbe Schmach nicht rächen Damit das nackte Weib ihm stets beschwerlich war Das Hertze wolte ihm vor Zorn im Leibe brechen Doch war sein Zorn umsonst weil Sehn’ und Pfeil nicht dar.

Zu diesem Schmertz ward er noch hefftiger vexiret Denn Ein ander mahl sieh dich So treibt ein schwaches Weib nicht ihren Spott mit dir.

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