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1675–1771

Auf ihre Thränen.

Johann Georg Gressel

Die Thränen Schönste sind ein süsser Tranck den Seelen Davon ein Tropffen gleich berauscht und truncken macht Tyrannen werden weich sie hören auf zu quählen

So bald ein Opffer wird der Thränen dargebracht. Araspes muste gleich die Panthea erwählen Als ihre Thränen ihm gezeigt der Schönheits-Pracht. Die Seelen können sich dennoch mit Lust vermählen

Ob schon das Auge weint wenn nur das Hertze lacht. Aus deinen Augen läßt du Liebes-Zähren fliessen Damit du meine Seel in der Betrübniß nehrst Ich werde noch mehr Lust aus dieser Fluht geniessen

Wenn deiner Schönheit-Zier du durch dieselben mehrst; Ach laß nur schönstes Kind verliebte Thränen rinnen Mein Hertze solt du bald durch eine Zähr’ gewinnen.

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Auf ihre Thränen. · Johann Georg Gressel · Poetry Cove