Skip to content
1675–1771

Auf den Gebuhrts-Tag der vollkomne- sten Charitinen.

Johann Georg Gressel

Mehr Sonne deinen Schein mit dreymal hellern Strahlen Als wie du sonsten pflegst die Erde zu bemahlen. Blas lauter Biesams-Lufft annehmlich süsser West Mit

Vermehret eure Zier ihr bunt gestickten Blumen Du tieffgebückter Klee verkehr dich in Jhr Dornen tragt Jhr

Du edle Verlaß den klugen So dein Geruch ertheilt. Jhr Steine schwitzet Oel Jhr Bäume triefft mit Safft dem selbst der Balsam scheel

Jhr Wolcken flößt herab nur Pomerantzen-Nässe Jhr Diesteln gebet ab Bisamte Rauch-Gefässe Jhr Flüsse zinst Coral Rubin und Demant-Stein Last eure Wellen nichts als puren

Jhr Bäume tragt an statt der Blätter lauter Zungen Jhr Sterne lehret mich die süßten Schmeichelungen. Jhr Daß meine Feder heut was angenehmes schafft.

Daß ich dem güldnen Licht ein tüchtigs Opffer bringe Daß mein verstimmtes Spiel wie Daß ich das erste Licht der schönsten So wie es sich gebührt mit meiner Hand bedien.

Beblümte Die denen Palmen gleich nicht welcken noch verwesen Wind’t mir von So kostbahr wies verdient der

Jhr Morgenländer schenckt mir eure Kostbarkeiten Helfft mir ein Angedenck mit höchsten Schmuck bereiten Ternat und Potosi, Moluck und Martrapan, Streckt ihr zu ehren doch all’ eure Kräffte an.

Doch weicht ihr Indiens unschätzbahr grosse Schätze Ich weiß ihr ziehet ab wenn ich entgegen setze Euch dieses Wunder-Bild den gelben Haaren weicht Der Printze des Metalls der wie das Bley erbleicht.

Die Augen stechen weg die feurgen Diamanten Den Lippen gehn zur Seit Corallen als Trabanten Der Hals siegt Perlen an die Zähn den Helffenbein Und vor den Adern geht der feinste Türckis ein.

Die Kähle macht beschämt die klärsten Berg-Crystallen Man sieht den rohten Wein so fein hinunter wallen Daß sich die Wenn

Der Scharlach wird beschämt vor ihren Purpur-Wangen Die Brüste als Albast ja mehr als Vor denen Lippen bleicht Zinnober und Rubin Jhr Athen übersteigt

Weil alles nun vor nichts ist gegen sie zu schätzen Was vor ein Opffer soll denn meine Feder setzen Die nicht ein geistger Trieb Die da in jeder Zeil mehr denn zu offt gefählt.

Du machst o edles Licht die gantze Stadt beglücket! Indem dich Du machst daß jedermann in grossen Freuden lacht Weil du die

Indeß will ich das Licht der theursten So wie mein Arm-seyn kan mit höchstem Fleiß bedienen Ich weihe mich ihr gantz zu ihren Diensten ein Sie wird mein Seelen-Licht und werther Nord-

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Auf den Gebuhrts-Tag der vollkomne- sten Charitinen. · Johann Georg Gressel · Poetry Cove