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1675–1771

An Zarabellen.

Johann Georg Gressel

Zarabelle deine Wangen Zeigen deinen Jammer an Und dein mattes Auge kan Nicht vor Schmertz mit Strahlen prangen

Die durch ihren heissen Schein Hertz und Sinnen nehmen ein. Deine Rosen sind erblasset Und die Lilje wil vergehn

Dein beliebtes Tausend-Schön Bleiche Todes-Angst umfasset. Der betrübten Augen-Licht Nur durch Kummer-Wolcken bricht.

Schönste fasse dich doch wieder Klähre dein Gesichte auf Laß der Freude ihren Lauff Daß die Anmuth deiner Glieder

Sich mit neuer Lust belebt Und die vor’ge Pracht erhebt. Lasse doch den Schmertzen fahren Und vergiß der alten Treu

Denck daß es unmüglich sey Mit Verstorbnen sich zu paaren. Liebe den wer lieben kan Was gehn dir die Todten an.

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