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1675–1771

An eine unerbittliche Schöne.

Johann Georg Gressel

Du Sonne meines Lebens Bestrahle mein Hertz; Und laß mich nicht vergebens Beseuffzen den Schmertz.

Verkehre mein Klagen Mein Seuffzen und Zagen In lieblichen Schertz. Was nützet dir mein Quählen?

Was hilfft dir meine Pein? Hör auf mich zu entseelen Durch tödtenden Schein. Ach laß mich die Sinnen

Mein Engel gewinnen Die Felsen hart seyn. Das Eysen muß erliegen In Flammen und Gluth

Der Demant läst sich biegen Durch stinckendes Blut Ich aber mein Leben Muß Blut und Feur geben

Doch wird es nicht gut. Ach ändere doch Schöne Den steinernen Sinn Und spanne mir die Sehne

So ferne nicht hin. Erfüll mein Verlangen Und schenck mir die Wangen Zum Liebes-Gewinn.

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An eine unerbittliche Schöne. · Johann Georg Gressel · Poetry Cove