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1675–1771

An die Nacht.

Johann Georg Gressel

Komm schwartze Nacht du stille Finsterniß Umhülle mich mit deinem braunen Schatten Du blasser Mond zeig mir mein güldnes Vließ Laß ungestöhrt mich mit

Jhr Sternen zündt die hellen Fackeln an Daß ich den Port der Wollust finden kan. Mein Geist verlangt den Haven bald zu sehn Den Alabaster und Corallen zieren;

Die Enge wo nur kan ein Schifflein gehn Soll ihn ins Land der süßten Lüste führen Der So fähret er vergnügt zum Haven ein.

Wie winckt mein Licht nicht albereits von fern Und rufft mir zu im Seegeln fort zu eilen Ja! nun wohlan! ich folge diesem Stern Der Tag will auch nicht länger mehr verweilen

Die Sonne sucht im Meere ihre Ruh Und ich ich eile nach Ich fühle schon die Liljen weiche Hand Ich seh die Brust mit Wollust-Rosen spielen

Und ferner fort das angenehme Land Das meine Brunst ist willig abzukühlen. Das was mein Schiff nun eingeladen hat Das bleibet dir

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An die Nacht. · Johann Georg Gressel · Poetry Cove