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1675–1771

An die Nacht.

Johann Georg Gressel

Jhr Sterne an den Himmels-Bühnen Jhr Lichter dieser Unter-Welt Helfft mir Erhällt das dunckle Wolcken-Feld

Laßt eure Strahlen heller schimmern Vertreibt die schwartze Schatten-Nacht. Seckt aus den blauen Himmels-Zimmern Die Fahnen eurer Schönheit-Pracht.

Diana laß die trüben Wangen Erfüllt mit klahrem Silber seyn Laß da die hellen Strahlen prangen Was jetzt die schwartze Nacht nimmt ein

Erhell’ ihr Zimmer und das Bette Daß ich mein Engels-Kind kan sehn Und schauen wie an ihr so nette Die Anmuhts-vollen Glieder stehn.

Die Wangen süssen Die Lippen sind ein Zucker-Brodt Der Busen läst in Liljen schiffen Die Schooß gebiehrt den süssen Tod

Da geht man von Egyptens Küsten Durchs rohte Meer in Und in der Oed und dunckeln Wüsten Man süsses Manna kosten kan.

Cupido ist da Küchenmeister Die Anmuht trägt die Speise zu Die Lust berauscht die heissen Geister Und schafft dem Leibe süsse Ruh.

Granaten Kirschen und Die setzet sie dem Munde für Die Aepffel zur Erfrischung dienen Die Rosen bricht man mit Begier.

Ach eilet doch ihr hellen Sternen! Eilt fördert meine Liebes Lust! Geh auf du klahre Mond-Laterne Doch weich!

Mit solchem Silber ist versorget Das seinen Glantz mir sietig weiht Da du von Der seinen Uberfluß dir leiht.

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An die Nacht. · Johann Georg Gressel · Poetry Cove