So meynet Lysilis, daß ich des Todes sey
Wenn ihre Gunst mir fehlt und sie mir ungetreu?
So meynt sie daß mein Geist vor Uberdruß verschmachtet
Wenn sie mich hönisch schillt und ohne Schuld verachtet?
Ach Nein! die Meynung triegt ich bin noch unverzagt
Ich fühle nicht daß mich um sie ein Kummer plagt
Will ihr gleich meine Waar aus Hochmuth nicht gefallen?
Sie wird darum doch nicht verkleineret von allen.
Will sie nicht Käuffer seyn so sind derselben mehr
Sie reissen sich um sie ja auch nicht allzusehr.
Wenn sie nicht bessern Stoff vor ihren Laden leget
Alsdenn sie keinen Mann in ihrer Buden heget.
Fahr hin du bist verlacht du dunckles Augen-Licht
Dein Spiegel schmeichelt sehr und gibt dir falsch Bericht
Sie meynt sie wäre zart
Sie meynt daß man mit recht sie als die beste kröhne
Doch Nein! sie ist nicht schön wie es ihr Sinn begehrt
Die falsche Schönheit wird durch Einbildung ernehrt.
Fahrt hin ich acht eur nicht ihr falschen Liebes-Sterne
Jhr düstert in der Näh’ und gläntzet nur von ferne.
Jhr falsches Hertze ist ein Boden-loser See
Und ihre Treu vergeht wie der Aprillen-Schnee
Sie ist ein Wetterhahn den jeder Wind verdrehet
Und bald nach Ost und West nach