Sinnen die sich selbst nicht kennen Sind Dir zu zeigen Feur und Brennen Das in meinem Hertzen glüht
So dein feurig Augen-Strahl Halb zur Freude und zur Quaal Hat darinnen angezündet Daß es nichts als Flammen findet.
Aber! ach wo ist mein Hertze? Ist es noch in meiner Brust? Nein! ich fühle daß mein Schmertze Deutlich zeiget den Verlust.
Du hast es mein Licht bey dir Und die Schaalen sind nur mir Bloß zum Leben überblieben Da der Kern dir ist verschrieben.
Wer nun so wie ich muß leben Der brennt stirbt und lebt zugleich In Verwirrung muß er schweben An Vergnügen arm und reich
An dem Schmertzen der ihn plagt Und die heissen Sinnen nagt. Er kan keine Stunde zählen Die nicht dreut ein neues Quählen.
Deiner Freundlichkeiten-Sterne Der beliebten Augen-Licht Treiben meine Freyheit ferne Die gar nicht darwider ficht;
Sie wil gern in Banden stehn Und mich einen Sclaven sehn. Solcher angenehmen Augen Die zum Brand und Löschen taugen.
Schöne da mein Hertz nun deine Und in deinen Brüsten ist Werd ich fast zum kalten Steine Wo mich nicht dein Auge grüßt
Und durch einem sanfften Blick Bringet meinen Geist zurück Der in deinem Hertzen wohnet Und der Brüste Pracht bethronet.
Schencke mir mein Hertze wieder Aber deines mit dabey Gönn daß meinen Augen-Lieder Deine Brust ein Polster sey:
Lege Feur zu Holtz und Stroh Mach mein traurges Hertze froh; Liebe da ich dich verehre Und mein Feur mit Flammen mehre.
Deiner Augen Heyl Mir ein neues Hertz zufügt Und ich halte Lust- Wenn auf deiner Brust es liegt.
Wenn Scheinet mit beliebtem Licht So vergeht den Hertzens-Mauren Jhr verdüstert Liebes-Trauren.
Drum mein Engel kenn die Flam̃en Die dein Auge mir erregt; Und weil sie von dir herstammen Bleibe nicht stets unbewegt;
Liebe weil man lieben kan Beut den Flammen Nahrung an Die dich ihren Ursprung nennen Und ohn dich nicht brennen können.
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