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1675–1771

An Amarianen um ein Affections- Band.

Johann Georg Gressel

Mein Schatz mein Engel-Kind mein eintziges Vergnügen Erblicke deinen Knecht zu deinen Füssen liegen Der da von deiner Hand ein kleines Band begehrt Das alle Furcht vertreibt und seine Hoffnung nehrt.

Die Hoffnung die mich sonst aus leeren Schaalen speißte Ob gleich ein holder Blick nach deinen Knecht verreißte Weil du den Gnaden-Bund mit mir nicht auffgericht Noch durch ein Zeichen mich zu deinem Dienst verpflicht.

Wie dort der Regen-Bog dem Noah Zeugniß gabe Daß seine Gnaden-Zeit den größten Wachsthum habe So mag ein Band bey mir das Gnaden-Zeichen seyn Daß nach vergagner Nacht der heitre Sonnen-Schein

Mit dem Erquickungs-Strahl nach deinen Knechte zielet Wodurch er neue Krafft in seiner Seelen fühlet. Kein süsser Morgen-Thau so sehr das Feld erquickt Als mich ein Gnaden-Band von deiner Hand beglückt.

Kein Balsam kan so bald das matte Hertz beleben Als mir dein Bändgen wird ein neues Leben geben. Ach neige doch dein Ohr zu deines Knechtes Flehn Laß ihn nicht unbeschenckt von deinen Füssen gehn.

Verknüpffe durch ein Band dein Wollen und mein Hertze So stillt sich meine Furcht so leget sich mein Schmertze So liebe ich vergnügt so sage ich mit recht Ich heisse Lebens lang

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