Vertrau dich Amorn nicht er ist ein ertz Tyranne
Kommt er gleich schmeichelnd an und scheint dir Most
zu seyn
So schencket er zuletzt doch Gall vor Honig ein
Er ruhet eher nicht bis daß dich in die Pfanne
Haut Gram und Eyversucht;
Und bis der blasse Tod dein armes Leben endet
Wenn man nun in das Grab den starren Leichnam senckt
Alsdann er sich gar offt doch viel zu späht bedenckt
Und seinen harten Grimm in eine Liebe wendet;
Drum eile mit der Flucht
Daß dich das blinde Kind im Fluge nicht ereile
Und an ein Felsen Hertz mit seiner Wehr anpfeile
Wenn du ihm wirst entgehn wird dir die Nach-Welt setzen
Ein prächtig Ehren-Mahl und diese Schrifft dran ätzen:
Steh Leser! dieser Mensch ist nie verliebt gemacht
Cupiden hat er stets mit seiner Lust veracht.