Nach dem Regen scheint die Sonne
Auf das Unglück folget Wonne;
Lachen lößt das Weinen ab;
Blitz und Donner fält ins Grab
Wenn des
Diese dunckle Welt bemahlen.
Auf das Hassen kommt das Lieben
Alles will den Wechsel üben
Wer da trotzt dem Unbestand
Der kommt ins gelobte Land
Wo sich nach vergangnen Schmertzen
Lust und Freude lieblich hertzen.
Scheinen gleich der Liebsten Augen
Nur zum sauren Blick zu taugen
Lindert doch ein sanffter Strahl
Bald die heisse Liebes-Quaal
Da wo Dornen sonst gestanden
Sind denn Rosen gnug verhanden.
So verkehren sich die Zeiten
Und die süssen Eitelkeiten
Wenn ein Kuß das Trauren hemmt;
Angst und Schmertze wird gestemmt
Wenn ein Hertz das fast vergangen
Mit gewünschter Huld kan prangen.
Wenn der Anblick von den Brüsten
Die den Engeln selbst gelüsten
Frey und unverwehret ist
Wenn man Mund und Lippen küßt
Alsdenn hat man überstanden
Den Verdruß der schweren Banden.
Das was man vor dem verfluchet
Wird alsdenn mit Ernst gesuchet
Denn zeigt Ketten Strick und Band
Einen recht vergnügten Stand
Solche Sclaven sind befreyet
Wenn der ander Zetter schreyet.
In so süsser Knechtschafft leben
Heist in steter Freyheit schweben
Ein Dienst ohne Selaverey
Gantz bestricket und doch frey
Sonnenschein bey Wind und Stürmen
Und vor Eyfersucht ein Schirmen.
Lieb’ und leb mein Hertz vergnüget
Deine Schöne ist besieget
Keine List und keine Macht
Ist auf deinen Fall bedacht
Jhre wunder-schönen Gaben
Sollen dich erfreulich laben.