So wie der Morgen lacht die Welt mit Blicken an
So läßt du auch mein Kind mir Blick und Gruß geniessen
Die jetzo auf mich zu aus deinem Antlitz schiessen
Daß sich mein Geist fast nicht vor Freuden halten kan.
Es geht mein Hoffnungs-Stern beym hellen Morgen auf
Die schwartze Trauer-Nacht und Finsterniß verschwindet
In deinem Antlitz man den frohen Mittag findet
Darinn die Schönheits-Sonn nie ändert ihren Lauff.
Und daß dieselbige stets unverändert sey
Daß zeigen Schönste an die angenehmen Augen
Daraus man Flammen kan der holden Liebe saugen
Man legt dir drum mit recht den Preiß der Schönheit bey.
So strahlt da immerfort der Anmuth-Sonnenschein
Er kan und will niemahls bey dir zu Gnaden gehen
Des Adlers Auge kan wol in die Sonne sehen
Doch in dein Auge schaut so gar kein
Denn das Geheimniß so daselbst verborgen ist
Kan keiner als der liebt und daß getreu ergründen
Wem du die Blicke gönnst der kan es leichtlich finden
Wie sich die Lust dadurch mit der Vergnügung küßt.
Du bist mein liebster Schatz die Blicke so du giebst
Mich wenn ich traurig bin alsbald erfreuen können
Ich kan dich meine Lust und mein Vergnügen nennen
Du grüßt mich weil ich dich und du mich wieder liebst.