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1675–1771

Als sie ihn grüssete.

Johann Georg Gressel

So wie der Morgen lacht die Welt mit Blicken an So läßt du auch mein Kind mir Blick und Gruß geniessen Die jetzo auf mich zu aus deinem Antlitz schiessen Daß sich mein Geist fast nicht vor Freuden halten kan.

Es geht mein Hoffnungs-Stern beym hellen Morgen auf Die schwartze Trauer-Nacht und Finsterniß verschwindet In deinem Antlitz man den frohen Mittag findet Darinn die Schönheits-Sonn nie ändert ihren Lauff.

Und daß dieselbige stets unverändert sey Daß zeigen Schönste an die angenehmen Augen Daraus man Flammen kan der holden Liebe saugen Man legt dir drum mit recht den Preiß der Schönheit bey.

So strahlt da immerfort der Anmuth-Sonnenschein Er kan und will niemahls bey dir zu Gnaden gehen Des Adlers Auge kan wol in die Sonne sehen Doch in dein Auge schaut so gar kein

Denn das Geheimniß so daselbst verborgen ist Kan keiner als der liebt und daß getreu ergründen Wem du die Blicke gönnst der kan es leichtlich finden Wie sich die Lust dadurch mit der Vergnügung küßt.

Du bist mein liebster Schatz die Blicke so du giebst Mich wenn ich traurig bin alsbald erfreuen können Ich kan dich meine Lust und mein Vergnügen nennen Du grüßt mich weil ich dich und du mich wieder liebst.

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Als sie ihn grüssete. · Johann Georg Gressel · Poetry Cove