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1675–1771

Als seine Balis starb. Cantata.

Johann Georg Gressel

Komme Tod! ach süsser Tod! Lieblich scheinet mir dein Wüten Hau mit deiner Sensen zu Setz den schwachen Geist in Ruh;

Denn kein Glücks-Schein kau begüten Seine zugestoßne Noht Komme Tod! ach süsser Tod! Lieblich scheinet mir dein Wüten.

Da die Hälffte meiner Seelen Lieget in des Grabes-Hölen; Wil ich ihr Gefährte seyn Scharrt mich doch zu ihr hinein.

Wenn der Sonnen güldne Strahlen Nicht die Erde mehr bemahlen Sinckt der Und verläst den hohen Muth;

Ja des Müssen ihn zu frieden stellen Und indem er sinckt hinein: Wil er

Weil er in dem Strohm begraben Scheinet da sein Grab zu haben Da der Leit-Stern seiner Pracht Phœbus ist ins Grab gebracht.

Meine Sonn’ ist auch verblichen Und ins schwartze Grab gewichen Jhr Entfernen greifft mich an Daß ich nicht mehr leben kan.

Schöne Daß ich willig auf-will-geben Doch mit deinem Sterben ab Sieh es küsset schon das Grab.

Schwinge dich betrübte Seele Doch zu deinem Schatze hin Da die Schöne die dein Leben Dir kan frohe Blicke geben;

Auf verlaß des Leibes Höle. Schwinge dich betrübte Seele Doch zu deinem Schatze hin. Auf der Erden

Kan mir nichts behäglich werden Nun mein Himmel Ist gemacht zum Traur-Getümmel. Alle Lust ist mir Verdruß

Nun ich Keine Freude kein Ergetzen Kan mich mehr zu frieden setzen Als der Tod

Das End’ und Anfang meiner Noht. Weg Vergnügen dein Vergnügen Ist ein Tand Und besteht auf Unbestand.

Da mein Leben ist entfernet Mir kein Freuden-Stern mehr sternet. Weg Vergnügen dein Vergnügen Ist ein Tand

Und besteht auf Unbestand. Ich will sterben Da mich meine Und im Tod die Lust erwerben

Daß sie nimmer mich verläst. Entweichet ihr Geister Sucht Sterben und Grab Da alles Vergnügen mit

Wie kan ich denn leben in bitterer Noht? Entweichet ihr Geister Sucht Sterben und Grab.

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